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[Markdown] Welcher Editor?
(zu alt für eine Antwort)
Marcus Gloeder
2018-05-24 19:43:02 UTC
Permalink
Hallo alle zusammen,

ich fange gerade an, mich mit Markdown zu beschäftigen. Meine Frage ist
nun: Kennt hier jemand einen brauchbaren Editor? Mein Betriebssystem ist
Windows 10. Die, die ich bis jetzt ausprobiert habe, haben mich nicht
überzeugt. Als da wären:

* Markdown Edit
* MarkdownPad 2
* Texts
* Markdown.UWP (Windows-App)
* Editor.md (Online-Editor)

Was ich mir vorstelle, ist eigentlich so etwas ähnliches wie TeXMaker
als LaTeX-Editor. Also:

* Zeilennummeriereung
* Syntax-Highligting
* automatische Befehlserkennung und -ergänzung
* Einfügen von Textauszeichnungen über ein Menü oder eine Symbolleiste
* Möglichkeit, am Anfang der Datei einen Block mit Titel, Autor und
Datum einzufügen
* Tabellengenerator
* Eventuell Formeleditor (LaTeX), muss aber nicht sein
* Entweder Live-Vorschau oder Vorschau als HTML-Datei im Browser bzw.
PDF-Datei im Adobe Reader per Knopfdruck (Generierung der HTML-bzw.
PDF-Datei über Pandoc im Hintergrund)
* Export und Import anderer Formate als Markdown über eine Einbindung
von Pandoc über Untermenüs (Import / Export) im Dateimenü

Wenn es eine Live-Vorschau in einem separaten Fenster gibt (zum Beispiel
rechts vom Syntax-Fenster), dann sollte alles korrekt dargestellt
werden, einschließlich Formeln im LaTeX-Code und Tabellen.

Soweit erst mal.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Marcus
--
PMs an: ***@gmx.de
Jens K. Loewe
2018-05-26 20:52:07 UTC
Permalink
Emacs? ;-)
https://jblevins.org/projects/markdown-mode/

Bedenke, dass Tabellen *kein* Teil des Markdownstandards sind und ein
Editor, der sie unterstützt, damit absichtlich den Markdownstandard
nicht strikt einhält.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass für dich vielleicht LaTeX
wirklich das bessere Format wäre?

jkl
--
Kann Spuren von Nüssen und Umlauten enthalten.
Marcus Gloeder
2018-06-01 21:42:45 UTC
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Hallo Jens,

vielen Dank für Deine Antwort.
Post by Jens K. Loewe
Emacs? ;-)
Emacs ist ein schönes Teil, allerdings nichts für mich alten
Mausschubser. Das sagt schon der Name: Escape Meta Alt Control Shift. ;-)
Post by Jens K. Loewe
https://jblevins.org/projects/markdown-mode/
Es gibt also ein Emacs-Plugin für Markdown, so etwas wie AucTeX für
LaTeX. Das hätte ich mir jetzt echt denken können ...
Post by Jens K. Loewe
Bedenke, dass Tabellen *kein* Teil des Markdownstandards sind und ein
Editor, der sie unterstützt, damit absichtlich den Markdownstandard
nicht strikt einhält.
Das wusste ich nicht. Allerdings gibt es wohl so einige Erweiterungen
des ursprünglichen Markdown, wie zum Beispiel MultiMarkdown. Das wird
auch von Pandoc unterstützt. Damit gibt es dann keine Probleme mehr, was
die Konvertierung in andere Formate betrifft.
Post by Jens K. Loewe
Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass für dich vielleicht LaTeX
wirklich das bessere Format wäre?
LaTeX verwende ich durchgehend seit 2001 und bin sehr zufrieden damit.
Allerdings »texe« [teche] ich nicht pur, sondern nehme LyX dafür. LyX
ist gewissermaßen das Gegenteil vom Emacs. Ich nehme allerdings an, dass
Du LyX kennst und ich nicht erklären muss, was das ist. Ansonsten und
für alle hier, die LyX nicht kennen:

https://www.lyx.org/WebDe.Home
https://wiki.lyx.org/
https://de.wikipedia.org/wiki/LyX

Auf Markdown bin ich erst vor Kurzem gestoßen. Was ich daran wirklich
gut finde, ist erstens die einfache Art der Eingabe, zweitens die
Möglichkeit, md-Dokumente via Pandoc in alle möglichen anderen Formate
zu konvertieren und drittens die Tatsache, dass sich in Markdown
geschriebene Dokumente auch zum Beispiel im Windows-Editor wie
Plaintext-Dateien lesen lassen, ohne dass ich einen blassen Schimmer von
der Syntax haben muss.

Also: wenn ich, aus welchem Grund auch immer, gerade kein LyX und auch
keinen TeXMaker zur Verfügung habe und mir eine Idee kommt, dann kann
ich einen ersten Textentwurf auch in Markdown machen und das dann später
via Pandoc in LyX importieren. Das ist so die Idee.

Vielleicht wäre dafür allerdings ein Markdown-Editor für mein Smartphone
(Android 6.0.1) besser geeignet. Oder?
Post by Jens K. Loewe
jkl
Viele Grüße aus dem Rheinland
Marcus
--
PMs an: ***@gmx.de
Jens K. Loewe
2018-06-02 16:32:23 UTC
Permalink
Ahoi,
Post by Marcus Gloeder
Emacs ist ein schönes Teil, allerdings nichts für mich alten
Mausschubser. Das sagt schon der Name: Escape Meta Alt Control
Shift. ;-)
der Witz wird auch nicht alt ... ;-) Markdown geht aber auch nicht so
gut mit der Maus. Ist halt ein Textformat.
Post by Marcus Gloeder
Es gibt also ein Emacs-Plugin für Markdown, so etwas wie AucTeX für
LaTeX. Das hätte ich mir jetzt echt denken können ...
Ja, und ich würde fast unterstellen wollen, dass es dir sogar ein Menü
anbietet, wo du die Maus hinschubsen kannst. Ich habe es aber nicht
getestet. Mein Emacs hat gar keine Menüleiste.
Post by Marcus Gloeder
Das wusste ich nicht. Allerdings gibt es wohl so einige Erweiterungen
des ursprünglichen Markdown, wie zum Beispiel MultiMarkdown.
Ja, aber dann brauchst du einen MultiMarkdown-Editor und keinen
Markdowneditor. ;-)
Post by Marcus Gloeder
LyX ist gewissermaßen das Gegenteil vom Emacs. Ich nehme
allerdings an, dass Du LyX kennst und ich nicht erklären muss, was das
ist.
Du nimmst völlig richtig an. Aber ich mag LyX nicht besonders;
vermutlich eben, weil es das Gegenteil vom Emacs ist... ich kann damit
irgendwie auch nicht besser oder schneller arbeiten.
Post by Marcus Gloeder
Also: wenn ich, aus welchem Grund auch immer, gerade kein LyX und auch
keinen TeXMaker zur Verfügung habe und mir eine Idee kommt, dann kann
ich einen ersten Textentwurf auch in Markdown machen und das dann
später via Pandoc in LyX importieren. Das ist so die Idee.
Verstehe.
Post by Marcus Gloeder
Vielleicht wäre dafür allerdings ein Markdown-Editor für mein
Smartphone (Android 6.0.1) besser geeignet. Oder?
Ehrlich gesagt: uff. Hängt davon ab, wie gut du auf Wischtastaturen
schreiben kannst und/oder wie lang deine Entwürfe sind. Ich finde es
sehr anstrengend, ohne physische Tasten was längeres als eine
SMS-Nachricht oder einen Tweet zu schreiben. Für Entwürfe auf dem
Smartphone nehme ich aber meistens OneNote. Oder org-mode, damit kann
dann auch Emacs umgehen ... ;-)

jkl
Andreas Kohlbach
2018-06-02 20:03:56 UTC
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Post by Marcus Gloeder
Post by Jens K. Loewe
Emacs? ;-)
Emacs ist ein schönes Teil, allerdings nichts für mich alten
Mausschubser. Das sagt schon der Name: Escape Meta Alt Control
Shift. ;-)
Den kannte ich noch nicht. :-)

Apropos, ich lese, dass Emacs Emacs-Lisp braucht. Ist dem tatsächlich so,
oder kann ein schlanker Emacs auch ohne LISP auskommen?
--
Andreas
You know you are a redneck if
your dad is also your favorite uncle.
Jens K. Loewe
2018-06-03 01:07:26 UTC
Permalink
Post by Andreas Kohlbach
Apropos, ich lese, dass Emacs Emacs-Lisp braucht.
Das hängt (Klischee! Klischee!) davon ab. Es gibt eine ganze Reihe an
Emacsen, von denen die bekanntesten vermutlich GNU Emacs und dessen
Forks XEmacs und SXEmacs sind. Diese bestehen aus einem in C
geschriebenen Kern und einer Emacs-Lisp-Laufzeitumgebung. Der alte Witz
über "Emacs ist ein Betriebssystem" ist also gar nicht mal *so*
witzig. Tatsächlich ist zumindest GNU Emacs ein Emulator für eine
Lisp-Maschine - theoretisch.

Außer den Original-Emacsen, die miteinander vor allem die Herkunft vom
MIT (AI-Abteilung, daher die Nähe zu Lisp) teilen und sich irgendwie aus
TECO und verwandten Editoren weiterentwickelt haben, gibt es aber auch
viele "schlanke" Emacsen, die lediglich die gleichen Tastenkürzel, aber
kein komplexes Pluginsystem haben. Die bekannteste Variante dürfte mg
(früher: MicroGnuEmacs, aber Stallman fand das wohl nicht schön) sein,
das aktuell als Teil von OpenBSD gepflegt wird.

Siehe auch:
http://www.finseth.com/emacs.html

Aber warum diese Abneigung gegen Lisp? Mich würden ja Editoren, die
stattdessen JavaScript im Kern haben, viel mehr stören. ;-)

jkl
Stefan Reuther
2018-06-03 07:54:19 UTC
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Post by Andreas Kohlbach
Post by Marcus Gloeder
Post by Jens K. Loewe
Emacs? ;-)
Emacs ist ein schönes Teil, allerdings nichts für mich alten
Mausschubser. Das sagt schon der Name: Escape Meta Alt Control Shift. ;-)
Den kannte ich noch nicht. :-)
Apropos, ich lese, dass Emacs Emacs-Lisp braucht. Ist dem tatsächlich so,
oder kann ein schlanker Emacs auch ohne LISP auskommen?
Die philosophische Frage ist, ob ein Emacs ohne Lisp noch ein Emacs ist,
oder nur noch ein Editor mit zufällig ähnlichen Tastenkombinationen.
Editoren mit zufällig ähnlichen Tastenkombinationen gibt es zu hauf:
https://en.wikipedia.org/wiki/Emacs nennt ein paar dutzend.

Allerdings beginnt die genannte Wiki-Seite mit "Emacs is a family of
text editors that are characterized by their extensibility." Ohne
Erweiterbarkeit - sprich, ohne Lisp - ist's also kein Emacs.

Davon abgesehen ist Lisp an sich kein Antonym zu "schlank". Sinnvolle
Lisp-Interpreter sind ab ca. 10 kByte Objektcode zu haben.


Stefan
Heino Tiedemann
2018-06-03 08:12:42 UTC
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Post by Marcus Gloeder
Post by Jens K. Loewe
Emacs? ;-)
Emacs ist ein schönes Teil, allerdings nichts für mich alten
Mausschubser.
Ich denke: vielleicht doch!

Versuche es zumindest einmal.

Ich habe da, wo ich arbeite immer einen Emacs - wenn möglich.

Klar, er fügt sich nicht so ganz in die Windowswelt ein, mit seinen
Tastenkürzeln, aber man kann den auch mit der Maus sehr gut bedienen.

Ich gestehe aber auch: unter Windows ist er mir manchmal so fremd,
dass ich einen Notepad++ gelegentlich vorziehe. Grade das arbeiten mit
Spalten (oder senkrechten Blöcken, wie immer man das sagen mag) ist im
Emacs eher Krampf.

Vorteil am Emacs ist aber: er ist überall gleich! Kann man ihn einmal
bedienen, dann ist das Betriebssystem darunter egal.

Was mich etwas stört ist das eben diese Markdown Unterstützung nicht
von Haus aus dabei ist und auch der yaml-mode (Punkt an Vim) ist
leider nachträglich zu installieren.

Heino

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